Vokalensemble TONanTON – Dixit Dominus

Dixit Dominus – für Chor, Sopran solo und Orchester

Giovanni Paisiello (1740-1814)
Leitung: Luiz Alves da Silva, Sopran solo: Joyce Bastos, Orchester mit historischen Instrumenten


Paisiellos Werk «Dixit Dominus» wurde um 1760 in Italien uraufgeführt. Das Manuskript fand kurze Zeit später den Weg nach Lissabon. Hier nimmt unser Dirigent Luiz Alves da Silva die Digitalisierung des Paisiello-Manuskripts an die Hand. So kommt das Werk dank diesem Einsatz nach 260 Jahren in Zürich erneut zur Aufführung.

Der Komponist: Giovanni Paisiello (1740-1816) wird in Tarent geboren, in der süditalienischen Region Apulien. Er besucht die Jesuitenschule, wo er schon früh mit seiner Singstimme auffällt. Man schickt ihn im Alter von 14 Jahren nach Neapel, an das Konservatorium Sant‘ Onofrio. Hier beginnt später auch Paisiellos Karriere als Komponist.

Die neapolitanische Schule ist bekannt für ihren klaren Stil und für hohe Virtuosität. Die Kompositionen von Paisiello bestechen durch Eleganz, Leichtigkeit und melodischen Reichtum. Beeindruckend ist bei ihm nicht nur die Menge seiner Produktion, sondern ebenso die Breite der Musikgenres, mit denen er sich befasst:

Neben Opern, Orchester- und Kammermusik schreibt er auch geistliche Werke. Verschiedene Komponisten lassen sich von ihm inspirieren, unter ihnen auch Mozart, der ihn persönlich kennt, seinen Stil sehr schätzt und viel von ihm lernt.

Den Höhepunkt seiner Karriere erfährt der Komponist 1776, als ihn Zarin Katharina II. zum Hofkomponisten in St. Petersburg ernennt. In dieser Stadt verbringt er fast 20 Jahre, hier entstehen Paisiellos berühmteste Opern, hier stellt er seine Fähigkeit als Dirigent unter Beweis und wirkt als Lehrer, zum Beispiel von Domenico Cimarosa. Paisiello reist aber auch viel und arbeitet in verschiedenen Ländern, darunter Portugal.

Als Komponist von geistlichen Werken beeinflusst er die Musikgeschichte für lange Zeit. Er verfasst neben Oratorien auch Messen, Motetten und Hymnen, die beim Gottesdienst und bei anderen kirchlichen Zeremonien aufgeführt wurden. Zu seinen bekanntesten Werken in diesem Bereich gehören die Totenmesse «Missa defunctorum» und die «Missa in D-Dur» und sein berühmtestes Oratorium ist «Il martirio di San Lorenzo», das Martyrium des heiligen Laurentius, das 1769 uraufgeführt wird. Paisiellos geistliche Musik fasziniert durch melodischen Einfallsreichtum, packende Emotionen und auffallende harmonische Wendungen sowie Kontrapunkt. Dennoch sind die Werke bekannt durch Eleganz und Schlichtheit, was für die Musik seiner Zeit typisch ist.

Das Werk: Die feierliche, ja majestätische Vertonung des Psalms «Dixit Dominus», welche dessen dramatische Botschaft unterstreicht, darf als eines der besten Werke von Paisiello angesehen werden. Der Psalm 110 (Vulgata 109) gehört zu den bekanntesten und als Sonntagsvesperpsalm auch zu den meistvertonten biblischen Texten. Seine Interpretation gilt als ausgesprochen schwierig. Der Anfang des Psalms, «Der Herr sprach zu meinem Herrn», nimmt Bezug auf Jesus Christus und wird in den Evangelien oft zitiert. Diesen Psalm hat Monteverdi in der «Marienvesper» vertont, ebenso Händel, Vivaldi mindestens dreimal, dann auch Scarlatti, Galuppi und Mozart, der ihn dreimal aufnimmt: im «Dixit & Magnificat» KV 193, in seiner «Vesperae de Dominica» KV 321 und in den «Vesperae Solennes de Confessore» KV 339.

Wie kommt nun aber das Manuskript dieses italienischen Musikstücks nach Lissabon? Im 18. Jahrhundert herrschen in Portugal die Könige João V und José I (1706-1750, 1750-1777). Beide sind leidenschaftliche Musikaliensammler und schliessen mit den berühmtesten Komponisten Europas Verträge ab, um von deren Werken Abschriften zu bekommen. So ist auch Paisiello vertraglich verpflichtet, gute Kopien seiner Kompositionen nach Lissabon zu schicken, und er wird dafür grosszügig entschädigt. Dank dieser Paisiello-Werksammlung, die sich bis heute im Ajuda-Palast befindet, kennen wir drei seiner fünf Dixit-Vertonungen, darunter auch diejenige, die heute zur Aufführung kommt.

Vom Manuskript zur Partitur: Luiz Alves da Silva hat in Lissabon die Digitalisierung der Paisiello-Manuskripte beantragt und die ganze Musik in moderne Notation transkribiert. Manuskripte lassen sich allerdings nur mit spezifischen Kenntnissen des historischen Kontexts in moderne Noten umsetzen und Musiker:innen sind heute nur noch selten dafür ausgebildet, die alte Notation zu deuten. Dank seiner musikwissenschaftlichen Ausbildung hat Luiz Alves da Silva in akribischer Arbeit Chornoten mit Klavierauszug für uns erstellt und auch Orchestermaterial eingerichtet. Wir sind also hocherfreut, unserem Publikum nun diese wunderbare Musik präsentieren zu können.

Vokalensemble TONanTON – Dixit Dominus

Dixit Dominus – für Chor, Sopran solo und Orchester

Giovanni Paisiello (1740-1814)
Leitung: Luiz Alves da Silva, Sopran solo: Joyce Bastos, Orchester mit historischen Instrumenten


Paisiellos Werk «Dixit Dominus» wurde um 1760 in Italien uraufgeführt. Das Manuskript fand kurze Zeit später den Weg nach Lissabon. Hier nimmt unser Dirigent Luiz Alves da Silva die Digitalisierung des Paisiello-Manuskripts an die Hand. So kommt das Werk dank diesem Einsatz nach 260 Jahren in Zürich erneut zur Aufführung.

Der Komponist: Giovanni Paisiello (1740-1816) wird in Tarent geboren, in der süditalienischen Region Apulien. Er besucht die Jesuitenschule, wo er schon früh mit seiner Singstimme auffällt. Man schickt ihn im Alter von 14 Jahren nach Neapel, an das Konservatorium Sant‘ Onofrio. Hier beginnt später auch Paisiellos Karriere als Komponist.

Die neapolitanische Schule ist bekannt für ihren klaren Stil und für hohe Virtuosität. Die Kompositionen von Paisiello bestechen durch Eleganz, Leichtigkeit und melodischen Reichtum. Beeindruckend ist bei ihm nicht nur die Menge seiner Produktion, sondern ebenso die Breite der Musikgenres, mit denen er sich befasst:

Neben Opern, Orchester- und Kammermusik schreibt er auch geistliche Werke. Verschiedene Komponisten lassen sich von ihm inspirieren, unter ihnen auch Mozart, der ihn persönlich kennt, seinen Stil sehr schätzt und viel von ihm lernt.

Den Höhepunkt seiner Karriere erfährt der Komponist 1776, als ihn Zarin Katharina II. zum Hofkomponisten in St. Petersburg ernennt. In dieser Stadt verbringt er fast 20 Jahre, hier entstehen Paisiellos berühmteste Opern, hier stellt er seine Fähigkeit als Dirigent unter Beweis und wirkt als Lehrer, zum Beispiel von Domenico Cimarosa. Paisiello reist aber auch viel und arbeitet in verschiedenen Ländern, darunter Portugal.

Als Komponist von geistlichen Werken beeinflusst er die Musikgeschichte für lange Zeit. Er verfasst neben Oratorien auch Messen, Motetten und Hymnen, die beim Gottesdienst und bei anderen kirchlichen Zeremonien aufgeführt wurden. Zu seinen bekanntesten Werken in diesem Bereich gehören die Totenmesse «Missa defunctorum» und die «Missa in D-Dur» und sein berühmtestes Oratorium ist «Il martirio di San Lorenzo», das Martyrium des heiligen Laurentius, das 1769 uraufgeführt wird. Paisiellos geistliche Musik fasziniert durch melodischen Einfallsreichtum, packende Emotionen und auffallende harmonische Wendungen sowie Kontrapunkt. Dennoch sind die Werke bekannt durch Eleganz und Schlichtheit, was für die Musik seiner Zeit typisch ist.

Das Werk: Die feierliche, ja majestätische Vertonung des Psalms «Dixit Dominus», welche dessen dramatische Botschaft unterstreicht, darf als eines der besten Werke von Paisiello angesehen werden. Der Psalm 110 (Vulgata 109) gehört zu den bekanntesten und als Sonntagsvesperpsalm auch zu den meistvertonten biblischen Texten. Seine Interpretation gilt als ausgesprochen schwierig. Der Anfang des Psalms, «Der Herr sprach zu meinem Herrn», nimmt Bezug auf Jesus Christus und wird in den Evangelien oft zitiert. Diesen Psalm hat Monteverdi in der «Marienvesper» vertont, ebenso Händel, Vivaldi mindestens dreimal, dann auch Scarlatti, Galuppi und Mozart, der ihn dreimal aufnimmt: im «Dixit & Magnificat» KV 193, in seiner «Vesperae de Dominica» KV 321 und in den «Vesperae Solennes de Confessore» KV 339.

Wie kommt nun aber das Manuskript dieses italienischen Musikstücks nach Lissabon? Im 18. Jahrhundert herrschen in Portugal die Könige João V und José I (1706-1750, 1750-1777). Beide sind leidenschaftliche Musikaliensammler und schliessen mit den berühmtesten Komponisten Europas Verträge ab, um von deren Werken Abschriften zu bekommen. So ist auch Paisiello vertraglich verpflichtet, gute Kopien seiner Kompositionen nach Lissabon zu schicken, und er wird dafür grosszügig entschädigt. Dank dieser Paisiello-Werksammlung, die sich bis heute im Ajuda-Palast befindet, kennen wir drei seiner fünf Dixit-Vertonungen, darunter auch diejenige, die heute zur Aufführung kommt.

Vom Manuskript zur Partitur: Luiz Alves da Silva hat in Lissabon die Digitalisierung der Paisiello-Manuskripte beantragt und die ganze Musik in moderne Notation transkribiert. Manuskripte lassen sich allerdings nur mit spezifischen Kenntnissen des historischen Kontexts in moderne Noten umsetzen und Musiker:innen sind heute nur noch selten dafür ausgebildet, die alte Notation zu deuten. Dank seiner musikwissenschaftlichen Ausbildung hat Luiz Alves da Silva in akribischer Arbeit Chornoten mit Klavierauszug für uns erstellt und auch Orchestermaterial eingerichtet. Wir sind also hocherfreut, unserem Publikum nun diese wunderbare Musik präsentieren zu können.

Vokalensemble TONanTON – Der Zürchersee – Georg Friedrich Händel

Der Zürchersee

Georg Friedrich Händel (1685–1759)

Kontrafaktur-Kantate für Chor, Tenor-Solo und Orchester
Text von Friedrich Gottlieb Klopstock (1724–1803)
Idee, Arrangement und Leitung: Luiz Alves da Silva

Vokalensemble TONanTON

Rafael Oliveira, Tenor-Solo
Orchester des Ensembles Turicum
auf historischen Instrumenten


Mittwoch 29. und Donnerstag 30. Juni 2022, 20.00 Uhr, Kirche St. Peter, Zürich

Eintritt: Nummerierte Plätze CHF 45.– (ermässigt CHF 40.–), unnummerierte Plätze CHF 35.– (ermässigt Fr. 30.–)

Vorverkauf: TICKETINO www.ticketino.com sowie an allen Poststellen der Schweiz

Abendkasse ab 19.00 Uhr


Am 30. Juli 1750 veranstaltete eine Gruppe von Zürcher Bewunderern des jungen Dichterstars Friedrich Gottlieb Klopstock eine «Lustfahrt» auf dem Zürichsee. Tags darauf schrieb er in einem Brief, noch nie habe er «eine so durchgehend schöne Aussicht» genossen. Dieses beglückende Erlebnis beschrieb er in der Ode «Der Zürchersee», der Vorlage für unsere Kantate. Vertont mit der prachtvollen Musik von Händel – jenseits seiner Hits und Hallelujas -, verspricht Klopstocks Hymne auf die Schönheit der Natur vom Uetliberg bis zur Halbinsel Au ein höchst sinnliches und intellektuelles Vergnügen zu werden.

Vokalensemble TONanTON – Der Zürchersee – Georg Friedrich Händel

Der Zürchersee

Georg Friedrich Händel (1685–1759)

Kontrafaktur-Kantate für Chor, Tenor-Solo und Orchester
Text von Friedrich Gottlieb Klopstock (1724–1803)
Idee, Arrangement und Leitung: Luiz Alves da Silva

Vokalensemble TONanTON

Rafael Oliveira, Tenor-Solo
Orchester des Ensembles Turicum
auf historischen Instrumenten


Mittwoch 29. und Donnerstag 30. Juni 2022, 20.00 Uhr, Kirche St. Peter, Zürich

Eintritt: Nummerierte Plätze CHF 45.– (ermässigt CHF 40.–), unnummerierte Plätze CHF 35.– (ermässigt Fr. 30.–)

Vorverkauf: TICKETINO www.ticketino.com sowie an allen Poststellen der Schweiz

Abendkasse ab 19.00 Uhr


Am 30. Juli 1750 veranstaltete eine Gruppe von Zürcher Bewunderern des jungen Dichterstars Friedrich Gottlieb Klopstock eine «Lustfahrt» auf dem Zürichsee. Tags darauf schrieb er in einem Brief, noch nie habe er «eine so durchgehend schöne Aussicht» genossen. Dieses beglückende Erlebnis beschrieb er in der Ode «Der Zürchersee», der Vorlage für unsere Kantate. Vertont mit der prachtvollen Musik von Händel – jenseits seiner Hits und Hallelujas -, verspricht Klopstocks Hymne auf die Schönheit der Natur vom Uetliberg bis zur Halbinsel Au ein höchst sinnliches und intellektuelles Vergnügen zu werden.

Vokalensemble TONanTON – Ludwig Senfl

Vokalensemble TONanTON

Leitung: Luiz Alves da Silva Hans Jakob Bollinger, Zink Giovanni Battista Graziadio, Dulzian Ulrich Eichenberger, Posaune Christian Brühwiler, Posaune Margarete Kopelent, Regal


Im grossen Saal des Klosters Einsiedeln Eintritt frei, Kollekte


Ludwig Senfl (*Zürich, 1486 – †1543, München)

Liebeslieder, Scherzlieder, geistliche Motetten

Mit zehn Jahren tritt der Zürcher Ludwig Senfl 1496 als Sängerknabe und Notenschreiber in die Dienste Kaiser Maximilians I., 1517 wird er dessen Hofkomponist. Senfl, einer der letzten Meister der frank-flämischen Schule der Mehrstimmigkeit, zählt zu den grössten Komponisten nicht nur der Schweiz, sondern der abendländischen Musikgeschichte.

Vokalensemble TONanTON – Ludwig Senfl

Vokalensemble TONanTON

Leitung: Luiz Alves da Silva
Hans Jakob Bollinger, Zink
Giovanni Battista Graziadio, Dulzian
Ulrich Eichenberger, Posaune
Christian Brühwiler, Posaune
Margarete Kopelent, Regal


Eintritt: CHF 35.– (ermässigt CHF 30.–), alle Plätze nummeriert
Vorverkauf: Notenpunkt, Froschaugasse 4
Telefon: 043 268 06 45
E-Mail: zuerich@noten.ch
Abendkasse: ab 19:00 Uhr


Ludwig Senfl (*Zürich, 1486 – †1543, München)

Liebeslieder, Scherzlieder, geistliche Motetten

Mit zehn Jahren tritt der Zürcher Ludwig Senfl 1496 als Sängerknabe und Notenschreiber in die Dienste Kaiser Maximilians I., 1517 wird er dessen Hofkomponist. Senfl, einer der letzten Meister der frank-flämischen Schule der Mehrstimmigkeit, zählt zu den grössten Komponisten nicht nur der Schweiz, sondern der abendländischen Musikgeschichte.

Vokalensemble TONanTON – Ludwig Senfl

Vokalensemble TONanTON

Leitung: Luiz Alves da Silva
Hans Jakob Bollinger, Zink
Giovanni Battista Graziadio, Dulzian
Ulrich Eichenberger, Posaune
Christian Brühwiler, Posaune
Margarete Kopelent, Regal


Eintritt: CHF 35.– (ermässigt CHF 30.–), alle Plätze nummeriert
Vorverkauf: Notenpunkt, Froschaugasse 4
Telefon: 043 268 06 45
E-Mail: zuerich@noten.ch
Abendkasse: ab 19:00 Uhr


Ludwig Senfl (*Zürich, 1486 – †1543, München)

Liebeslieder, Scherzlieder, geistliche Motetten

Mit zehn Jahren tritt der Zürcher Ludwig Senfl 1496 als Sängerknabe und Notenschreiber in die Dienste Kaiser Maximilians I., 1517 wird er dessen Hofkomponist. Senfl, einer der letzten Meister der frank-flämischen Schule der Mehrstimmigkeit, zählt zu den grössten Komponisten nicht nur der Schweiz, sondern der abendländischen Musikgeschichte.